Landwirtetag

Herr Ott, Fleischprüfring
Herr Antunez, garmo AG
Herr Saridžić, Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl eG
Herr Weber, Lemmer-Fullwood
Herr Moser, Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl eG
Herr Engelhardt, Lemmer-Fullwood
Über 110 Landwirte beim Landwirtetag des Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl
Mehr als 110 Landwirtinnen und Landwirte folgten der Einladung des Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl zum diesjährigen Landwirtetag am 10.03.2026. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Entwicklungen am Milchmarkt, neue Anforderungen im Bereich Klimabilanzierung sowie technologische Innovationen für landwirtschaftliche Betriebe.
Die garmo AG als Vertriebspartner vom Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl nahm die Teilnehmer auf eine spannende Zeitreise durch ihre Firmengeschichte mit und gab einen interessanten Einblick in ihr Produktportfolio und partnerschaftliches Engagement.
Für eine intensive und teilweise emotionale Diskussion sorgte insbesondere das Thema CO₂-Fußabdruck in der Milcherzeugung. Die Informationsplattform des Milchprüfringes Baden-Württemberg soll zukünftig um ein Nachhaltigkeitsmodul erweitert werden. Herr Ott vom Fleischprüfring Bayern stellte dazu ein Modul vor, das angelehnt an den Klimarechner des LfL aus Bayern arbeitet. Mit diesem Programm soll den Milcherzeugern ein Werkzeug zur Berechnung ihres betriebsindividuellen CO2-Fußabdruckes an die Hand gegeben werden, um zukünftig ihre Betriebe noch klimafreundlicher zu führen zu können. Die erhobenen Daten könnten dann von den Molkereien entlang der Wertschöpfungskette genutzt werden. Beim Blick auf die Anteile einzelner Emissionsquellen an den Gesamt-CO2-Emissionen der Betriebe wird deutlich, dass die Einflussgrößen der CO2 Emissionen der Milch aus dem Einsatz von Diesel (ca.1-2%) und elektrischen Strom (ca.1-2%) über alle Testbetriebe hinweg einen verhältnismäßig geringen Anteil der Emissionen verursachen. Es zeigt sich auch, dass mehr als dreiviertel der Gesamtemissionen aus nur drei Emissionsquellen stammen. Dazu gehören Fütterung (67%), Bestandsergänzung (18%) sowie Wirtschaftsdüngerlagerung (12%). Hierzu äußerten viele Teilnehmer ihre Sorge über die zunehmenden Dokumentations- und Bürokratieanforderungen, die vor allem in Deutschland stark ausgeprägt seien. In vielen Nachbarstaaten sowie in Drittstaaten spiele dieses Thema bislang eine deutlich geringere Rolle, was aus Sicht vieler Landwirte zunehmend Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft aufwerfe.
„Die Landwirte stehen bereits heute unter großem wirtschaftlichem Druck. Wenn zusätzliche Dokumentationspflichten hinzukommen, muss immer auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe im Blick behalten werden“, betonte Geschäftsführer David Saridžić.
Neben der Diskussion um Klimabilanzen wurden auch technologische Entwicklungen in der Landwirtschaft vorgestellt. Herr Weber von Lemmer-Fullwood präsentierte neue KI-gestützte Systeme, die künftig Arbeitsabläufe im landwirtschaftlichen Betrieb unterstützen können und neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung eröffnen.
Auch die aktuelle Marktsituation der Milchbranche wurde thematisiert. Diese bleibt weiterhin angespannt. Neben den derzeit hohen Milchmengen am Markt sorgen auch internationale Entwicklungen – unter anderem der Konflikt im Nahen Osten rund um den Iran – für zusätzliche Unsicherheiten auf den Energie- und Rohstoffmärkten.
Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch im Buttersegment. Hier hat sich die Situation zuletzt etwas stabilisiert: Butter wird derzeit wieder für rund 1,19 Euro pro 250-Gramm-Packung im Handel angeboten.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zog das Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl ein positives Fazit der Veranstaltung. Der Landwirtetag habe erneut gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Molkerei, Landwirtschaft und Branchenpartnern sei.
„Der offene Dialog mit unseren Landwirten ist für uns von zentraler Bedeutung. Gerade in herausfordernden Marktphasen ist der Austausch innerhalb der Branche wichtiger denn je“, so Saridžić.