Generalversammlung 2026

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Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl eG blickt auf herausforderndes Milchjahr 2025 zurück

Crailsheim/Jagstheim – Zur 88. ordentlichen Generalversammlung begrüßte die Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl eG am 15.05.2026 zahlreiche Mitglieder, Milchlieferanten sowie Ehrengäste in der Jagstauenhalle in Jagstheim.

Vorstandsvorsitzender Gerd Moser eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf das wirtschaftlich und politisch anspruchsvolle Jahr 2025. Bereits zu Jahresbeginn habe die Maul- und Klauenseuche die Landwirtschaft stark verunsichert. Auch wenn die Region selbst weitgehend verschont geblieben sei, habe das Ereignis gezeigt, wie verletzlich moderne Agrar- und Versorgungssysteme inzwischen geworden seien.

Darüber hinaus verwies Moser auf die weiterhin schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt sei 2025 lediglich um rund 0,2 Prozent gewachsen, während die Arbeitslosenquote auf etwa 6,3 Prozent gestiegen sei. Besonders kritisch bewertete er die zunehmende Bürokratie und die fehlende Planungssicherheit für landwirtschaftliche Familienbetriebe. „Wenn Investitionen immer stärker reguliert werden und gleichzeitig die wirtschaftliche Perspektive fehlt, wird Zukunftsplanung schwierig“, so Moser.

Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft setze sich unvermindert fort. Die Anforderungen an Tierwohl, Dokumentation, Nachhaltigkeit und Investitionen würden weiter steigen, während gleichzeitig die Zahl der Milchviehbetriebe kontinuierlich zurückgehe.

Beim Rückblick auf das landwirtschaftliche Jahr 2025 sprach Moser von insgesamt ordentlichen Erträgen im Ackerbau. Gleichzeitig hätten hohe Erntemengen bei Weizen und Kartoffeln erneut zu Preisdruck geführt. Gute Ernten bedeuteten längst nicht automatisch gute Einkommen.

Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung jedoch am Milchmarkt. In der Europäischen Union wurden im Jahr 2025 rund 148,5 Millionen Tonnen Milch angeliefert – die höchste Milchmenge seit dem Brexit. Allein im vierten Quartal lag die Milchanlieferung deutlich über dem Vorjahr. Auch in Deutschland entwickelte sich die Milchmenge außergewöhnlich stark. Diese hohe Rohstoffverfügbarkeit führte ab dem Spätsommer zu einem erheblichen Preisrückgang am Milchmarkt.

Parallel dazu nutzte der Lebensmitteleinzelhandel die Marktentwicklung für deutliche Preisreduzierungen im Regal. Dies erhöhte den Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusätzlich.

Im Anschluss stellte Geschäftsführer David Saridžić die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens vor und präsentierte den Geschäftsbericht.

Insgesamt wurden rund 182,5 Millionen Kilogramm Rohmilch angeliefert. Die durchschnittliche Milchmenge je Lieferant stieg um rund 69.000 Kilogramm auf etwa 628.000 Kilogramm je Betrieb. Dies verdeutliche den weiterhin fortschreitenden Strukturwandel in der Milchwirtschaft sowie die Entwicklung hin zu größeren und leistungsfähigeren Betrieben.

Positiv entwickelte sich erneut die Käseproduktion. Im Vergleich zum Vorjahr konnten rund 7 Millionen Kilogramm Milch mehr in der Käserei verarbeitet werden. Die Produktionsmenge stieg auf insgesamt 23.146 Tonnen Käse, ein Plus von rund 1.300 Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die Produktbereiche Weißkäse, Balkankäse, Kashkaval und Grillkäse entwickelten sich weiterhin stabil.

Der höhere Umsatz des Unternehmens resultierte insbesondere aus den starken ersten beiden Quartalen 2025. Vor allem die hohen Erlöse im Flüssigverkauf von Rohmilch sowie die historisch hohen Fettpreise beim Rahm wirkten sich positiv auf die Umsatzentwicklung aus. Ebenso trugen die hohen Verkaufspreise der Produkte im ersten Halbjahr zur positiven Entwicklung bei.

Ab dem dritten Quartal drehte sich die Marktlage jedoch deutlich. Durch die außergewöhnlich hohen Milchmengen in Europa gerieten die Märkte massiv unter Druck. Die Preise für Milchprodukte brachen stark ein, wodurch gegenüber dem Handel erhebliche Preiszugeständnisse eingeräumt werden mussten.

Saridžić betonte, dass die Ertragslage der Branche weiterhin angespannt bleibe. Eine nachhaltige Marktentspannung sei erst dann zu erwarten, wenn bundesweit wieder weniger Milch am Markt verfügbar sei. Für das laufende Jahr rechne man daher mit einer deutlich schwierigeren Ertragssituation als noch im Jahr 2025.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes habe sich das Milchwerk insgesamt stabil behauptet. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der garmo AG sowie die stabile Nachfrage nach Käseprodukten hätten hierzu beigetragen. Gleichzeitig seien weitere Investitionen in Technik, Produktionsabläufe und Effizienzsteigerungen geplant.

Sehr beeindruckt zeigte sich Ministerialdirektorin Isabell Kling bei der vorangegangenen Betriebsbesichtigung des Milchwerks. In ihrem Grußwort lobte sie insbesondere die modernen und gut funktionierenden Betriebsabläufe sowie die hohe Produktqualität des Unternehmens. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass sie nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg weiterhin die Konstante im Bereich Landwirtschaft bleiben werde.

Die neue Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Marion Gentges übernimmt künftig den Aufgabenbereich von Peter Hauk. In ihrem politischen Ausblick ging Kling auf die Agenda der neuen Landesregierung ein. Im Mittelpunkt stünden vor allem die notwendige Vereinfachung von Genehmigungsverfahren sowie der politische Ansatz, künftig auf zusätzliche landesspezifische Verschärfungen gegenüber Bundesregelungen zu verzichten.

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband bestätigte im Rahmen seines Prüfungsberichts die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Generalversammlung entlastet.

Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Wackler ging in seinem Bericht auf die erfolgten Überwachungs- und Prüfungstätigkeiten des Aufsichtsrats und die Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsführung im Jahr 2025 ein.

Herr Wackler informierte die Versammlung über die Erteilung des uneingeschränkten Bestätigungsvermerkes durch den vom Prüfungsverband mit.
Dankesworte an die Gremien und Mitarbeitenden des Milchwerks schlossen den Bericht ab.

Die turnusmäßig aus dem Vorstand und Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder haben sich zur Wiederwahl gestellt. Siewurden einstimmig in offener Wahl wiedergewählt.

Abschließend dankte Vorstandsvorsitzender Moser allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Mitgliedern, den Gremien sowie den langjährigen Partnern des Unternehmens für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.